Ein geleaktes internes Memo zeigt: Meta plant bis Ende 2026 vier neue Smart-Glasses-Modelle und einen KI-Anhänger – mit Ziel von 10 Millionen verkauften Geräten.
Heute leicht reduzierte Ausgabe.
Ein geleaktes internes Memo zeigt, wie ernst Meta es mit tragbarer KI-Hardware meint - und wie eng die Geräte an Abos gekoppelt sein sollen.
Meta will Künstliche Intelligenz nicht mehr nur auf dem Smartphone-Bildschirm zeigen, sondern direkt am Körper tragbar machen. Ein durchgesickertes internes Memo legt nahe, dass der Konzern parallel an einem KI-Anhänger und gleich mehreren neuen Smart Glasses arbeitet. Damit verschiebt sich der Wettkampf um KI-Assistenten vom Chatfenster in den Alltag - an Hals, Brille und Ohr. Für Meta ist das ein Versuch, die nächste Hardware-Plattform nach dem Smartphone selbst zu definieren, bevor es Apple oder Google tun.
Laut den Berichten von t3n, heise und TechCrunch sollen bis Ende 2026 vier neue KI-Brillen-Modelle auf den Markt kommen. Das interne Verkaufsziel: insgesamt zehn Millionen verkaufte Exemplare. Hinzu kommt ein bisher kaum bekanntes Produkt - ein KI-Anhänger (englisch: AI pendant), also ein kleines Gerät zum Umhängen, das offenbar als ständig verfügbarer Sprach- und Sensor-Begleiter gedacht ist. Das Memo deutet außerdem an, dass Meta diese Hardware eng mit kostenpflichtigen KI-Abonnements verzahnen will. Wer also den vollen Funktionsumfang nutzen möchte, dürfte zusätzlich zur Hardware regelmäßig zahlen müssen. Konkrete Preise, technische Spezifikationen oder Marktstart-Termine für den Anhänger nennen die Quellen nicht.
Die Story ist relevant, weil sie ein Muster verfestigt: KI-Assistenten brauchen einen Ort am Körper, an dem sie sehen, hören und antworten können. Meta hat mit den Ray-Ban-Brillen bereits gezeigt, dass smarte Brillen ein reales Käuferpublikum finden. Nun erweitert der Konzern die Produktpalette deutlich - vier Brillen-Varianten innerhalb eines Jahres sind ein industrielles Tempo, das den Markt unter Druck setzt. Besonders interessant ist der Anhänger: Konkurrenten wie Humane mit ihrem AI Pin haben mit dieser Produktklasse bisher Schwierigkeiten gehabt, im Material wird darauf aber nicht direkt eingegangen. Klar ist nur, dass Meta die Verzahnung von Hardware und Abo-Modell offensiv plant - ein Geschäftsmodell, das eher an Apple erinnert als an klassische Gadget-Hersteller.
Vieles bleibt unklar. Das Material stützt sich auf ein geleaktes internes Memo, nicht auf eine offizielle Ankündigung von Meta. Ob alle vier Brillen-Modelle tatsächlich erscheinen, ob das Verkaufsziel von zehn Millionen Stück realistisch ist und wie der Anhänger im Alltag konkret aussehen oder funktionieren soll, ist nicht im Material belegt. Auch der Datenschutz-Aspekt - ein Gerät, das vermutlich permanent zuhört oder Umgebungsdaten erfasst - wird in den vorliegenden Quellen nicht ausgeführt, dürfte aber eine zentrale Debatte werden. Und schließlich: Welche KI-Modelle genau auf den Geräten laufen sollen, geht aus den Zusammenfassungen nicht hervor.
In den kommenden Wochen lohnt sich ein Blick darauf, ob Meta selbst Teile des Memos bestätigt oder dementiert, ob Konkurrenten wie Google oder Apple mit eigenen tragbaren KI-Produkten kontern und wie Datenschutzbehörden auf ein Always-on-Wearable reagieren. Sollte Meta die zehn Millionen Brillen tatsächlich verkaufen, wäre das ein Signal, dass KI-Hardware den Sprung von der Nische in den Massenmarkt schafft - mit allen Chancen und Risiken, die das mit sich bringt.
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